Team Aiolos beim Europäischen CanSat-Wettbewerb in Bologna

Wir haben uns sehr auf den Europäischen CanSat-Wettbewerb gefreut, obwohl wir in der vorherigen Woche noch sehr viel an unserem CanSat verbessern und reparieren mussten. Glücklicherweise haben wir alles bis Sonntagabend hinbekommen und konnten so am Montagmorgen mit einem großen Reisekoffer voller Werkzeuge, Ersatzteile und natürlich unserem CanSat in den Zug steigen.

Das Kongresszentrum, in dem der Wettbewerb stattfand, liegt etwas außerhalb von Bologna, wo wir gegen Nachmittag angekommen sind. Viele andere Teams waren schon da, sodass wir erste Kontakte knüpfen konnten. Gegen 19:00 wurden wir zur “Opening Ceremony” eingladen, in der wir zusammen mit den 24 anderen Teams aus ganz Europa und Kanada begrüßt wurden. Das Abendessen (wie alle weiteren Mahlzeiten) wurde an international sehr gemischten Tischen eingenommen. Die Mahlzeiten waren jeden Tag ein Highlight, denn wir konnten uns mit anderen Schülerinnen und Schülern aus ganz Europa über unsere CanSats und die Schule, aber auch über ganz anderen Dinge austauschen. Es war sehr spannend zu hören, wie andere nationale Wettbewerbe abliefen oder wie sich die Schulsystem in anderen Ländern von unserem unterscheiden. Abends haben wir oft zusammen Fußball gespielt, waren Eisessen oder haben uns bis spät in die Nacht unterhalten.

Natürlich haben wir auch an unserem CanSat gearbeitet. Am Dienstag wurden die “Technical Inspections” durchgeführt, also überprüft, ob die Maße und die Masse unseres CanSats stimmen. Der Fallschirm wurde zusammen mit einem “Dummy”-CanSat an einer Drone auf 50 Meter Höhe gebracht und fallen gelassen, um die geforderte Fallgeschwindigkeit zu testen. Wir haben alle Tests auf Anhieb bestanden, auch unser letzter Check der Sensoren und Gassammelbeutel unseres CanSats hat keine Probleme oder Fehler ergeben.

Am Mittwoch war es dann endlich soweit und der Starttag stand an. Um 12:30 wurden wir zu einem kleinen Flugplatz gebracht, auf dem die Rakete für die CanSats starten sollte. Vor dem Start konnten wir unseren CanSat noch kurz durchchecken – alles in Ordnung. Um 14:55 Uhr wurde unser CanSat zusammen mit dem des kanadischen Teams mit einer Feststoffrakete gestartet.

Start unseres CanSats in Bologna

Nach einer Flugzeit von insgesamt 128 Sekunden ist unser CanSat wieder sicher in einem Zuckerrübenfeld gelandet. Obwohl unser CanSat aus orangenem PLA gedruckt wurde, haben wir ziemlich lang gebraucht, ihn wiederzufinden. Als wir ihn endlich hatten, war die Enttäuschen groß, denn die Gassammelbeutel wurden nicht mit Luft gefüllt.

Nach der Bergung unseres Satelliten mussten wir leider mit der Fehleranalyse beginnen. Nachdem wir ein Hardwareversagen ausgeschlossen hatten, haben wir die Software überprüft. Hier lag auch der Fehler: nach dem deutschen Wettbewerb hatten wir den Luftdrucksensor ausgetausch und gegen einen schnelleren und genaueren gewechselt. Leider hat der neue Sensor in Hektopascal anstatt wie der alte in Pascal gemessen. Dadurch hat unser Algorithmus, der den höchsten Punkt des Fluges bestimmt und somit das Befüllen der Beutel auslöst, nicht funktioniert.

Die Primärmission hingegen hat sehr gut funktioniert. Durch den neuen Druck- und Luftfeuchtigkeitssensor sind die Daten gegenüber dem deutschen Wettbewerb deutlich genauer und mit nur geringerer Verschiebung (aufgrund der Reaktionszeiten der Sensoren).

Luftfeuchtigkeits-Höhen-Diagramm

Der Donnerstag war komplett mit den Präsentationen aller Teams gefüllt. Jedes Team durfte acht Minuten lang seine Ergebnisse oder auch Fehler präsentieren und erklären. Eine internationale Jury aus Größen der europäischen Raumfahrt sowie Professoren der Luft- und Raumfahrttechnik hat dabei die Erfolge der einzelnen Teams bewertet. Auch wir haben unsere Daten der Primärmission, die Fehleranalyse und was wir uns von den Proben erwartet hätten, präsentiert.

Freitag war der letzte Tag dieser sehr ereignissreichen Woche in Bologna. Am Morgen fand die Siegerehrung des diesjährigen Europäischen CanSat-Wettbewerbs statt. Das Team aus der Schweiz hat völlig verdient den Preis für das beste CanSat-Projekt gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Aufgrund unserer fehlgeschlagenen sekundären Mission haben wir keinen Preis gewonnen. Nichts desto trotz werden wir diese Woche in Bologna nicht vergessen. Zuerst waren alle Teams etwas unsicher, was uns wohl erwarten würde. Da aber die wenigsten Schülerinnen und Schüler Englisch als Muttersprache gelernt haben, war zumindest die Sprache kein Hinderniss: denn so haben alle gleich gut (oder schlecht) Englisch gesprochen. Von Anfang an waren wir eine tolle Gemeinschaft, bei der jeder jedem geholfen hat. Wenn ein bestimmtes Bauteil kaputt gegangen ist oder man ein bestimmtes Werkzeug gebraucht hat, konnte man sich sicher sein, dass ein anderes Team hilft und so gut es geht unterstützt.

Wir bedanken uns bei der ESA und den anderen Teams für diese unvergessliche Erfahrung!

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